Hallo allerseits,
was für eine provokante Überschrift!? Aber keine Sorge, die bezieht sich auf ein Ärgernis, das weiter unten im Artikel erklärt wird.
Am kommenden Donnerstag 11.6. starten wir unsere Sommerpause um 19:00 Uhr im Bingo Bingo.
Für kleine Fragen in der Sommerzeit bietet sich wie immer unser Matrix-Gruppenchat an: https://chat.woblug.de
GIMP-Kurs im September
Da immer wieder Nachfragen zur Bildbearbeitung unter Linux kommen und wir immer das freie Programm GIMP empfehlen. Hier mal ein kleiner Hinweis. Die Kreisvolkshochschule Gifhorn bietet einen einwöchigen GIMP-Kurs an, der auch als Bildungsurlaub genommen werden kann. Laut der Beschreibung auf der Webseite der KVHS, kennt der Dozent sowohl Photoshop als auch GIMP und kann vermutlich gut zwischen beiden Anwendungen vermitteln. Was da nicht steht, ist, auf welchem Betriebssystem geschult wird. Das dürfte vermutlich Windows sein. Was aber bei der Wesentlichen keine Rolle spielt.
Linux ausgesperrt!?
Als ich kürzlich die Meldung „Deutsche Bahn verweigert Auskunft für Linuxer“ gelesen habe, hat es bei mir Klick gemacht. Denn ich habe dieses Problem in den letzten Wochen auch bei anderen Systemen bemerkt. Mir war aber nicht unbedingt die Ursache klar, weil der Log-in auf diversen Seiten dann doch irgendwie funktionierte. Meist, weil ich dann auf ein anderes Gerät ausgewichen bin. Also das Smartphone zum Beispiel.
Wie sich nun herausstellt, gibt es wohl übereifrige Security-Leute, die einfach eine Art Türsteher vor den Webseiten platzieren und den Zutritt von ganz bestimmten Computern blockieren. In dem oben verlinkten Beispiel wurden offensichtlich Linux-Computer ausgesperrt.
Hintergrundwissen: A, wie Automatisierung
Viele Internetseiten leiden stark unter automatisierten Zugriffen von sogenannten Bots. Das sind Systeme, die ohne Eingriff eines Menschen mit einem speziellen Programm z.B. eine Vielzahl von Anmeldungen mit einer ganzen Liste von vornehmlich gestohlenen Zugangsdaten durchprobieren. Leider werden für solche kriminellen Machenschaften überwiegend Linux-Server verwendet. Wer davon ableitet, dass Linux jetzt grundsätzlich böse sei, unterliegt einem grundsätzlichen Irrtum, bzw. macht es sich etwas zu einfach. Scheinbar ist hier in dem Fallbeispiel die Security der Deutschen Bahn oder einer ihrer IT-Dienstleister etwas übers Ziel hinausgeschossen und hat anhand der Browserkennung Linux ausgesperrt. Dabei bezweifle ich stark, dass man damit kaum bösartige Angriffe abwehren kann. Das wäre in etwa so, als wenn man an der Haustür nur Leuten gegenüber misstrauisch wäre, die aussehen wie die Panzerknacker aus Entenhausen.
Hintergrundwissen: B, wie Browser-User-Agent
Der sogenannte User-Agent im Browser (Browserkennung) ist eine Art Visitenkarte, die der besuchten Webseite sagt, was für ein Computer mit welchem Browser da gerade an der „Tür klopft“. Aber ein Browser, besser gesagt die nutzende Person, kann diese „Visitenkarte“ auch beliebig ändern. Ich kann also mit Linux und Firefox ins Internet gehen und mich nach außen immer als Windows 11 mit Edge-Browser ausgeben. Genau das war der Tipp aus dem verlinkten Artikel. Danach kam man wie durch Zauberhand problemlos an die gewünschten Informationen der Deutschen Bahn, und das, obwohl man mit Linux dort war und sich als Windows ausgegeben hat.
Was ist ein User-Agent?
Der User-Agent ist wie eine Visitenkarte für Ihren Browser. Er sagt einer Webseite zum Beispiel: „Hallo, ich bin Firefox auf einem Computer mit Windows.“ Manchmal möchte man das ändern. Dann denkt die Webseite, man nutzt zum Beispiel ein iPhone oder einen anderen Browser. Wie deine aktuelle Browser-Visitenkarte ausschaut, kannst du auf ipwho.de sehen.
Anleitung zum Ändern des User-Agents
Diese Anleitung erklärt Ihnen in einfachen Schritten, wie man den „User-Agent“ im Firefox-Browser ändert.
Schritt 1: Das Menü für Erweiterungen öffnen
- Starte den Firefox.
- Klicke oben rechts auf die drei Striche (das Menü-Symbol).
- Klicke auf das Wort Add-ons und Themes. (Das Symbol sieht aus wie ein Puzzleteil).
Schritt 2: Eine Erweiterung suchen
- Oben auf der Seite ist eine Suchleiste. Dort steht: „Weitere Add-ons finden“.
- Gebe dort ein: User-Agent Switcher.
- Drücke die Enter-Taste auf Ihrer Tastatur.
Schritt 3: Die Erweiterung installieren
- Man sieht nun eine Liste mit Programmen. Ein sehr bekanntes Programm heißt „User-Agent Switcher and Manager“. Klicke auf den Namen.
- Klicke auf die blaue Schaltfläche Zu Firefox hinzufügen.
- Ein kleines Fenster öffnet sich oben rechts. Klicke dort auf Hinzufügen.
- Klicke zum Schluss auf OK, um zu bestätigen.
Schritt 4: Den User-Agent ändern
- Oben rechts in Ihrem Firefox sieht man jetzt ein neues Symbol (oft sieht es aus wie ein kleiner Monitor oder eine Weltkugel). Klicke darauf.
- Es öffnet sich ein kleines Fenster:
- Oben kannst du ein System wählen (etwa iOS für Apple-Handys oder Android).
- Darunter kannst du einen Browser wählen (zum Beispiel Chrome oder Safari).
- Wenn man etwas ausgewählt hat, klickt man unten in dem kleinen Fenster auf den Knopf Apply (das ist Englisch für „Anwenden“).
- Wichtig: Lade die Internetseite neu, die man gerade besucht hat (drücke dafür die Taste F5). Nun sollte auf der Testseite ipwho.de eine andere Browserkennung zu sehen sein, als zuvor.
Schritt 5: Zurück zum Normalzustand
Wenn man wieder normal surfen will:
- Klicke wieder auf das Symbol der Erweiterung.
- Suche den Knopf Restart oder Reset (das bedeutet „Zurücksetzen“).
- Klicke wieder auf Apply (Anwenden).
- Jetzt erkennt jede Webseite wieder den echten Firefox-Browser.
Tipp: Wenn eine Webseite plötzlich komisch aussieht, liegt es meistens am geänderten User-Agent. Stelle ihn dann einfach wieder auf „Default“ (Standard) zurück, wie zuvor beschrieben.
Allen anderen schon einmal eine angenehme Sommerzeit, und am 10. September geht es hier weiter!
Bis dahin, Norbert

